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2012 fand an der PHSG in Rorschach mit dem Stück «Liebe ist…» das erste Mal ein Musical im Rahmen eines Freifachs kombiniert mit einer Themenwoche statt. In der Folge kam jedes Jahr eine neue Produktion auf die Bühne. Die Anzahl der Teilnehmenden wuchs, ebenso die Grösse des Publikums. 2024 standen rund 40 Studierende auf der Bühne, 13 Musiker:innen bildeten die Band und rund 1500 Zuschauer:innen besuchten die vier Vorstellungen. Während den Corona-Jahren musste für zwei Jahre alternative Formen gefunden werden, da eine Bühnenproduktion nicht möglich war. Somit fand 2025 die zehnte Musicalproduktion an der PHSG in Rorschach statt.
Im Zentrum stehen stets die Teilnehmenden sowie ihre Fähigkeiten und Vorstellungen zur persönlichen Entwicklung im Rahmen einer gemeinsamen Produktion. Auch im Jubiläumsjahr stand dieses Leitmotiv im Mittelpunkt des Projektes. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren standen aber auch ehemaligen Spieler:innen und Musiker:innen erneut auf der Musicalbühne der PHSG aufzutreten. Auf Grund des grossen Interesses und der erfreulichen Identifikation mit dem Musical haben rund 50 Ehemalige die Crew der 30 Student:innen erweitert und das Musical «Kauf, Mann!» auf die Bühne gebracht. Die enorme Anzahl an Darsteller:innen und Musiker:innen führte dazu, dass der Platz in der Aula Mariaberg für die Jubiläumsproduktion nicht mehr ausreichte und eine Alternative im Würth-Gebäude in Rorschach gefunden wurde. Der grössere finanzielle Aufwand der Jubiläumsproduktion konnte mitunter durch die grosszügige Unterstützung der Stiftung Mariaberg gestemmt werden.
Das Musical an der PHSG in Rorschach hat sich in den zehn Jahren zu einem Aushängeschild künstlerischer Tätigkeit etabliert und zeigt jährlich eine grosse Aussenwirkung für die Hochschule bis über die Kantonsgrenzen hinaus und kann gleichzeitig auf eine persönliche Innenwirkung sämtlicher Teilnehmenden zählen. 

Bisherige Projekte

2013 – Liebe ist…

Liebe, das ewige Thema wird auf die Bühne gebracht. Das Musical „Liebe ist…“ vereint traditionelle und moderne Rollen von Mann und Frau auf charmante und witzige Art. Unter der Leitung von drei Musikdozierenden der Pädagogischen Hochschule St. Gallen präsentieren rund 50 Studierende des Studiengangs Kindergarten und Primarschule das amouröse Bühnenprojekt. Der Chor singt Lieder aus Musicalklassikern und bietet schauspielerische, choreografisch-tänzerische Einlagen. Dabei wird er von einer eigenen Musicalband unterstützt.

2014 – Von Schule, Liebe und anderen Komplikationen

Am ersten Schultag in der konservativen und von der Schulleiterin Mama Morten beherrschten Lehranstalt „Friedrich Schiller Schule“ tritt auch die junge Französischlehrerin Kate Dupont ihren Dienst an. Schockiert von den veralteten Lehrmethoden und dem eindeutigen Tanzverbot, versucht sie ihren Unterricht kreativer zu gestalten. Angetan von der jungen Pädagogin unterstützt der Abschlussschüler Gregor ihr Vorhaben tatkräftig. 

Ein Beitrag zum 150-Jahrjubiläum der Lehrerinnen- und Lehrerbildung auf Mariaberg.

2015 – Animal Bohème

1927 – In Bremen schliessen sich vier Tiere - die quirlige Henne Maureen, der verträumte Hund Barbara, Mimi, die scheue Katze und der machthungrige Esel Scar - einem Wandercabaret lebenslustiger Bohemians an. Einst Menschen, wurden Tänzerinnen, Sänger und Personal in Pferde, Katzen, Hunde und Hühner verwandelt. Der Grund dafür scheint beim egozentrischen Direktor Gus zu liegen. Von finanziellen Nöten geplagt und der politischen Situation wegen plant die Truppe die Übersiedlung nach Amerika um dort Erfolg und Glück zu finden. 

2016 – verliebt – verflucht – verurteilt

Ein aktuell-historisches Musical nach Arthur Millers „Hexenjagd“.

1692: In der kleinen Stadt Salem geschieht Merkwürdiges. Nachdem eine Gruppe junger Mädchen beim nächtlichen Tanzen erwischt wurde, können sich Abigail und ihr Gefolge nur retten, indem sie andere Einwohner beschuldigen, diese seien mit dem Teufel im Bund und würden sie zum Tanzen zwingen. Während sich eine Eigendynamik entwickelt und Verurteilungen ausgesprochen werden, geht Abigail ihrem eigenen Ziel nach.

2017 – Beziehungswe(a)ise

Die Musicalrevue mit Wissenschaftsbezug. Wie der Titel vermuten lässt, steht die Beziehung im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung, deren Ergebnisse in einer fulminanten Show präsentiert werden. Das Untersuchungsobjekt: der Mensch. Alle sprechen immer über Liebe. Aber kaum jemand untersucht diesen Begriff wissenschaftlich. Vielleicht weil man befürchtet, den Zauber zu zerstören. Anhand von fünf Probandenpaaren wird der Prozess von Beziehungen erläutert, wobei selbst die Moderation nicht vor Zwischenmenschlichkeit geweiht ist.

2018 – Zeitlos

Im Musical «zeitlos» wird ein Blick in die Zukunft gewagt. Die Menschen sind genetisch so verändert, dass sie mit fünfundzwanzig aufhören zu altern. Das Problem ist, dass sie dann nur noch ein weiteres Jahr Lebenszeit besitzen. Es sei denn, Zeit wird erwirtschaftet und verdient. Zeit ist die neue Währung. Dafür wird gearbeitet, damit wird bezahlt. Die reichen können ewig leben, der Rest lebt von Tag zu Tag oder gar von Stunde zu Stunde. Doch es gibt einen, der mit dieser Hierarchie nicht leben will und seine geschenkte Zeit nutzt, um für Gerechtigkeit zu kämpfen… 

2019 – 1971: Wybervolk

Das schweizerische Musical porträtiert mit rasanten und ergreifenden Melodien verschiedene Figuren eines kleinen Dörfchens der Schweiz in der Zeit um die Abstimmung über das Frauenstimmrecht 1971. Wie verhalten sie sich dazu? Wofür kämpfen sie? Oder sind die eigenen Probleme doch gewichtiger als die nationale Veränderung? Mit Liedern aus Musicals wie «Gotthelf», «Dällebach Kari», «Miss Saigon», «Mathilda», «Hair», «Grease» und vielen weiteren Broadway Hits, werden die bewegenden und amüsanten Geschichten der verschiedenen Dorfbewohner erzählt.

2022 – Die Furtigen

Das Musical «Die Furtigen» basiert auf dem Text «Flüchtiges Glück» von Jörg Krummenacher. Es erzählt anhand von vielen Originalzitaten, eindrücklichen Texten und ergreifenden Melodien diverser Musicals die Geschichte verschiedener Grenzbewohner:innen im Kanton St.Gallen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie deren Begegnung mit flüchtenden Menschen, die in der Schweiz Schutz vor dem sicheren Tod suchten. Die OpenAir-Aufführung findet im Innenhof des Hochschulgebäudes Stella Maris statt.

2023 – Der tote Winkel

Inspiriert vom Film «Sterben für Anfänger» zeigt das Musical die Beerdigung von Jamie Winkel. Während die mittlere Tochter Danielle mit aller Kraft um reibungslose Abläufe bemüht ist, gerät die Trauerfeier vollkommen aus den Fugen. Nebst einer undankbaren Mutter, lästernden Verwandten, liebesdurstigen Bekannten oder einem Verlobten, der im Drogenrausch Gespenster sieht, entpuppt sich vor allem der unbekannte Besucher zu einem noch weitaus grösseren Problem.

2024 – Das grausame Leben des Walther K.

Inspiriert von dem erschütternden NZZ-Artikel über einen Jungen aus Schaffhausen, zeigt das Musical den bewegten Lebenslauf von Walther K. und seiner Familie. Die von der Wahrheit inspirierte Geschichte beginnt kurz vor Walthers Eintritt in ein Heim für «Schwererziehbare» und zeigt, welchen Grausamkeiten er dort ausgesetzt wurde. Er lernt jedoch seinen Freund Jean kennen, welcher ihm sehr wichtig wird. Doch diese Freundschaft wird von einem grausamen Akt der Gewalt durchbrochen und hinterlässt einen tiefgreifenden Eindruck und für Walther fatale Zukunftsfolgen in der Psychiatrie der 50er und 60er Jahre.